Atelier Huffer Wenzel





Studie “Alter Schlachthof”, Coburg

Seit der Schließung des städtischen Schlachthofs im Jahr 2013 liegt das Gelände am südlichen Stadteingang Coburgs zwischen B4 und Itz gelegen brach. Die Hochschule Coburg in Form der Fakultät Design unternahm in den folgenden Jahren Entwürfe, Events und Projekte, um auf das Areal aufmerksam zu machen und seine Bedeutung und Potentiale für Coburg zum Ausdruck zu bringen. Nach dem Abriss weiter Teile des ehemaligen Schlachthofs steht nun noch die ehemalige Kühlhalle 9, die Verwaltungsvilla, die alte Schänke, sowie eine sich unter Denkmalschutz befindliche Halle. Die sich am nördlichen Kopf des Areals befindliche Halle 9 wurde bis auf den Rohbauzustand entkernt und steht aktuell leer. Das gegenüberliegende Verwaltungsgebäude diente bis vor kurzem als Flüchtlingsunterkunft, soll aber als Interimsgebäude für die Hochschule Coburg, Zukunft Coburg Digital und das Stadtumbaumanagement umgebaut werden. Zusammen bilden die beiden Bestandsbauten das Eingangstor und die Verbindung von der Stadt zum Güterbahnhofareal.

Architektur & Leitidee
Ziel aller architektonischen Maßnahmen ist der Erhalt der aktuellen Bausubstanz, seiner Schichten, Materialien und Oberflächen überall dort, wo es möglich ist. Der industrielle Charakter des Ortes und seine Historie als Fleischereibetrieb sollen erhalten und mit neuem, kreativen Leben gefüllt werden. Alle Eingriffe in den Bestand nehmen sich unter dieser Prämisse zurück und greifen nur dort ein, wo es die neue Nutzung erfordert. Ausbauten und Materialien im Rohbaustandard erhalten die Atmosphäre des Ortes und lassen Spielraum für vielfältige Aneignungsmöglichkeiten der zukünftigen Nutzer. Im Bereich der neuen Erschließung und Infrastruktur wird ein Eingriff in den Bestand empfohlen. Das Konzept sieht vor die stark strukturell geprägten Räume weiterzubauen und neue Einbauten in diese Struktur einzufügen. Das Obergeschoss wird mit Dachflächenfenstern belichtet.

Nutzung
Die Halle 9 soll zu einem zentralen Ort für Vernetzung, Innovation und Kreativität in Coburg werden. Dazu befinden sich im Erdgeschoss ein gemeinsam genutztes Foyer mit anschließendem Multifunktionsraum, der Makerspace und ein Café/Bar mit Biergarten und Freibereich zu Itz. Das Obergeschoss wird von Zukunft Coburg Digital angemietet.
Die öffentlichen Bereiche wie Foyer und Café, aber auch der Multifunktionsraum dienen dabei als Schnittstelle und Ort des Austausches und Dialogs zwischen den Nutzern. Der von den Parteien verwaltet und gemeinsam genutzte Multifunktionsraum für größere Workshops, Diskussionen und Events kann auch extern genutzt werden und bietet so das Potential für einen Austausch zwischen Bürgern, Hochschule und Firmen. Das Café im Süden mit seinem Freibereich zur Itz soll zu einem Anziehungspunkt für das gesamte Güterbahnhofgelände werden und wird extern betrieben.

Öffentlicher Raum
Zur Aktivierung des Geländes und unmittelbaren Freiraums werden Aktivitäten und Workshops, sowie Events auf dem Areal stattfinden. Die Tore der Werkhalle des Makerspaces können sich großzügig zum Außenraum öffnen. Im Sommer entsteht so eine Art Werkhof auf dem Areal. Zusätzlich belebt das Café mit seinem Biergarten das Gelände und die Itz. Über die Möglichkeit von einfachen Sportflächen kann nachgedacht werden.





Projekt

Studie im Auftrag der Hochschule Coburg