Atelier Huffer Wenzel





Berliner Ruder Club, Berlin

 
Im Zuge der brandschutztechnischen Ertüchtigung der Villa des Berlin Ruder Clubs (BRC) wird eine Neuorganisation der bestehenden Räume, die Erweiterung des Bestandtreppenhauses sowie der Ausbau des bestehenden, zweiten Treppenhauses in ein Fluchttreppenhaus vorgeschlagen. Mittels dieser Maßnahmen kann die Wiederherstellung der ursprünglichen Raumfolge und Grundrissordnung, sowie eine klare Trennung zwischen repräsentativen und leistungssportbezogenen Flächen umgesetzt werden. Auf den Neubau eines außenliegenden Fluchttreppenhauses wird entgegen der Aufgabenstellung verzichtet.

Programm Restrukturierung
Zentraler Entwurfsgedanke ist die Wiederherstellung der Erschließungshalle im Herzen des Gebäudes. Durch die Öffnung dieser Zone in allen Ebenen lässt sich eine Grundrissanordnung erzielen, welche ohne Flurzonen das gesamte Gebäude erschließt. Die Aufladung der Halle mit Nutzungen, Aufenthalts und Wartebereichen schafft neue Gemeinschaftsbereiche und vergrößert die Nutzfläche um 15%.
Die öffentlichen Versammlungsbereiche im Erdgeschoss wie Saal, Kaminzimmer und Ausschank bleiben erhalten und werden über das Splitlevelgeschoss versorgt. Im 1.OG befinden sich die Wohn- und Freizeitbereiche des Internats mit großem Schlafsaal für Regattern. Das 2.OG dient administrativen Nutzungen für Vorstand und Verwaltung und beherbergt Wohnräume einzelner Clubmitglieder. Im Zwischengeschoss wird eine Hausmeisterwohnung untergebracht. Das Untergeschoss dient als Umkleide- und Krafttrainigsbereich der Sportler. Über die neue Treppenanlage ist nun der Durchgang vom EG bis ins Kellergeschoss mit den Bootshallen gewährleistet.

Konstruktion Treppe
Neben dem Ausbau des bestehenden Treppenhaus im Westflügel zu einem Fluchtreppenhaus greift besonders die Erweiterung des bestehenden repräsentativen Haupttreppenhaues zur Bootshalle im 2. Untergeschoss sowie der Deckendurchbruch zum 2. Obergeschoss in die Struktur des Hauses ein. Die Treppe ist dabei eine skulpturale Erweiterung des bestehenden repräsentativen Treppenhauses. Die bestehende, mit Intarsien verzierte Treppenanlage des Bestandes wird in ihrer Formgebung und Gliederung mit einer massiven und rohen Baustahltreppe fortgesetzt und erschließt die im zweiten Obergeschoss befindlichen administrativ genutzten Räume. Die neue Treppe steht in Dualität zur historischen Holztreppe, und vermittelt bewusst eine Trennung zwischen historischen Bestand und moderner Neuinterpretation.

In Kooperation mit Christian Neuner
Titelbild: BRC



Projekt

7. Semester Bachelor
Hochschule Coburg
Wintersemester 2013/2014
Baukonstruktion
Prof. Roger Karbe
Dr. Rainer Fisch